Dr. med. Carla Kallweit
Fachärztin für Haut- & Geschlechtskrankheiten, Venerologie & Allergologie, med. Kosmetologie

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Grafweg 7
58840 Plettenberg


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08:30 bis 12:00 Uhr
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Mittwoch
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Gesundheitsnachrichten

Kaffee für die Gesundheit
Kaffee für die Gesundheit

Deutlich mehr Nutzen als Schaden

Kaffee ist für die meisten Bundesbürger ein unverzichtbares Lebensmittel. Doch wie wirkt sich der regelmäßige Konsum auf die Gesundheit aus? Aktuelle Studien sagen: sehr positiv!

Erhöht oder senkt Kaffee den Blutdruck? Fördert oder beeinträchtigt er den Schlaf? Steigert oder vermindert er das Depressionsrisiko? Sowohl Kaffeebefürworter als auch -gegner sahen bislang die Argumente auf ihrer Seite. Eine aktuelle Übersichtsstudie zeichnet hingegen ein überraschend eindeutiges Bild: Demnach zeigt Kaffee deutlich mehr gesundheitsfördernde als -schädigende Effekte.

Drei Tassen Kaffee am Tag sind optimal

Ein britisches Forscherteam hat mehr als 200 Studien ausgewertet und kommt zu dem Schluss: Wer täglich um die drei Tassen Kaffee trinkt, senkt sein Risiko für

•    Herz- und Leberkrankheiten
•    verschiedene Krebsformen
•    Typ-2-Diabetes
•    Parkinson-Krankheit
•    Alzheimer-Demenz
•    Depression.

Beruhigend für Koffein-Junkies: Wer mehr als drei Tassen täglich trinke, steigere seine Gesundheit zwar nicht weiter, schade ihr aber wahrscheinlich auch nicht. Schwangeren und Frauen mit Osteoporose empfehlen die Wissenschaftler allerdings, auf Kaffee zu verzichten.

Studien erlauben keine Aussagen über Ursache und Wirkung

Das letzte Wort zum Thema ist damit aber noch nicht gesprochen: Bei den ausgewerteten Studien handelt es sich nämlich größtenteils um Beobachtungsstudien, die keine Beziehung zwischen Ursache und Wirkung aufklären. So könnte es etwa sein, dass überdurchschnittlich gesunde Menschen häufiger Kaffee trinken als unterdurchschnittlich gesunde. Zu beachten ist auch, dass sich die Wirkung großer Kaffeemengen noch nicht sicher beurteilen lässt. Zudem werden Cappuccino, Latte macchiato und Co. meist mit Zuckern und Fetten konsumiert, die wiederum gesundheitsschädigend wirken können.

Der Stoffwechselexperte Eliseo Guallar zieht dennoch ein eindeutiges Fazit aus den Studien: „Ein moderater Kaffeekonsum scheint erstaunlich sicher zu sein und lässt sich von den meisten Erwachsenen in eine gesunde Ernährung einbinden.“

Quelle: British Medical Journal


Der Klassiker im Winter: Atemwegserkrankungen
Der Klassiker im Winter: Atemwegserkrankungen

In den kalten Monaten steigt die Zahl akuter Atemwegserkrankungen

Bochum: Wer Krankenstatistiken studiert, sieht es sofort: In den kalten Monaten steigt die Zahl akuter Atemwegserkrankungen und damit gehen auch die Krankenstände in den Betrieben nach oben. Zur breiten Palette von Atemwegserkrankungen gehören Husten, Schnupfen, Heiserkeit bis hin zu Grippe und Lungenentzündung. Fieber und Kopfschmerz sind dabei häufige Begleiter. Bei niedrigen Temperaturen ist das Immunsystem besonders gefordert. Meist sind Viren der Grund für auftretende Atemwegserkrankungen. Da Menschen gerade jetzt auf begrenztem Raum eng zusammen sind, ist die Ansteckungsgefahr groß. Verbreitet werden die Erreger oft durch Niesen oder Husten – die klassische Tröpfcheninfektion. Aber auch auf Türklinken oder anderen Flächen finden sich jetzt vermehrt Erreger, sie werden durch Berührung übertragen. Gelangen sie auf Schleimhäute in Mund, Nase oder Auge, haben sie ihr Ziel erreicht. Verstopfte Nase, geschwollene Nasenneben- oder Stirnhöhlen oder eine „Tropfnase“ sind oft die Folge. Aber auch Halsschmerzen, Husten und Heiserkeit gehören zum Bild. In einigen Fällen vervollständigen Kopf- und Gliederschmerzen, erhöhte Temperatur oder gar Fieber die Palette der Symptome. Für Erleichterung sorgt oft schon ein abschwellendes Nasenspray. Aber Vorsicht bei der Selbstmedikation. Auch rezeptfreie Medikamente können Neben- und Wechselwirkungen haben. In jedem Fall sollten Betroffene sich Ruhe gönnen, viel trinken und vielleicht ein Erkältungsbad nehmen. Bei anhaltendem Fieber oder dauernden Beschwerden sollte man den Arzt aufsuchen. Und wer seine Kollegen nicht anstecken will, bleibt besser der Arbeit fern. Auch bei Atemwegserkrankungen gelten ein paar vorbeugende Verhaltensregeln. Übertragungswege unterbrechen, also wenn möglich zu Schnupfnasen Abstand halten, Handhygiene nicht vergessen – Wasser, Seife und Desinfektionsmittel sind nicht nur hier hilfreich, Finger weg von Mund und Augen. Vor allem aber das ganze Jahr über für ein starkes Immunsystem sorgen durch viel frische Luft, ausgewogene Ernährung und Bewegung.


Tickende Zeitbombe für Herzinfarkt entdeckt
Tickende Zeitbombe für Herzinfarkt entdeckt

Neue Erkenntnisse zu erhöhtem Cholesterin als Herzinfarkt-Risikofaktor / Uta und Jürgen Breunig-Forschungspreis für Dr. Madhumita Chatterjee (Universitätsklinikum Tübingen)

Mehr als 120.000 Menschen sterben pro Jahr in Deutschland an der koronaren Herzkrankheit (KHK) und Herzinfarkt, eine enorme Herausforderung im Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Einen wesentlichen Schlüssel, der KHK und dem Herzinfarkt künftig vorzubeugen, hat Dr. rer. nat. Madhumita Chatterjee, PhD, Wissenschaftlerin an der Klinik für Innere Medizin III: Kardiologie und Kreislauferkrankungen am Universitätsklinikum Tübingen, in ihrer Forschungsarbeit* gefunden. Die entscheidende Rolle spielt dabei das Cholesterin, ein lebenswichtiges Blutfett, dem Dr. Chatterjee genauer auf die Spur gekommen ist. „Neue Ansätze in der Frühdiagnostik der Arteriosklerose sind extrem wichtig, um KHK-Patienten noch besser vor einem Herzinfarkt zu schützen. Die Forschungserkenntnisse von Dr. Chatterjee leisten hierbei einen wichtigen Beitrag“, betont Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Dass zu viel Cholesterin eine Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“) und einen damit verbundenen Herzinfarkt und Schlaganfall mit sich bringen kann, ist hinlänglich bekannt. Um die Blutfette eines Patienten, in der Fachsprache Lipide genannt, und damit das Risiko für eine Herz-Kreislauferkrankung zu bestimmen, misst man im Labor das Gesamt-Cholesterin, das HDL- und LDL-Cholesterin sowie die Triglyceride im Blutplasma. „Damit wird man dem komplexen Krankheitsgeschehen aber nicht gerecht“, sagt Dr. Chatterjee. „Ich habe mit neuen Technologien der Lipidomik – der Begriff für die Analyse sämtlicher Fette im Körper – Hunderte von Lipiden in KHK-Patienten gemessen.“ Die Biologin hat für ihre Arbeit den Uta und Jürgen Breunig-Forschungspreis 2017 der Deutschen Herzstiftung und der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) im Frühjahr erhalten (Dotation: 6.000 Euro).

Neuer Fokus auf Lipiden in den Blutplättchen nötig Mit ihrer Messung hat sie alle Lipide erfasst, und zwar, und das ist der entscheidende Punkt, nicht nur im Blutplasma, sondern auch in den Blutplättchen (Thrombozyten). Denn Blut besteht nur gut zur Hälfte aus Blutplasma. Den anderen Teil machen Blutzellen aus, zum Beispiel rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen.
Der Clou: Die weitaus größere Menge der Blutfette befindet sich in den Blutplättchen. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung, indem sie sich bei einer Verletzung eines Blutgefäßes an das umliegende Gewebe heften oder aneinander kleben und so die Wunde verschließen. „Die Thrombozyten saugen die Lipide quasi auf und transportieren sie im Körper“, erklärt Dr. Chatterjee. „Damit werden sie aber in der üblichen Diagnostik nicht erfasst.“ Hinzu kommt: Die Blutplättchen binden das Cholesterin an sich und verändern es chemisch. Es oxidiert und aktiviert infolgedessen die Thrombozyten. Daraufhin entzünden sich die ohnehin bei der KHK angegriffenen Gefäßwände im Laufe der Zeit noch mehr und verengen sich weiter. „Auch das Risiko, dass sich ein Gerinnsel bildet und einen plötzlichen Herzinfarkt verursacht, wird dadurch stark erhöht“, betont Prof. Dr. med. Meinrad P. Gawaz, Ärztlicher Direktor und Ordinarius der Klinik für Kardiologie und Kreislauferkrankungen im Universitätsklinikum Tübingen. So zeigen gerade Betroffene, die einen akuten Herzinfarkt erleiden, große Mengen an oxidiertem Cholesterin im Blut. „Wir müssen in Zukunft schon im Vorfeld zusätzlich die Blutfette in den Thrombozyten analysieren“, betont Prof. Gawaz. „So können wir eine tickende Zeitbombe entlarven.“

„Bei Patienten mit hohen Werten an oxidiertem Cholesterin müssen wir die Lipidtherapie intensivieren“, sagt der Tübinger Experte. So nimmt jeder Herzkranke mit einer diagnostizierten KHK täglich Acetylsalicylsäure (ASS), um zu verhindern, dass sich Blutgerinnsel in den Herzkranzgefäßen bilden. Darüber hinaus müssten Betroffene eine höhere Dosis so genannter Statine einnehmen. Diese Medikamente, ein weiteres Muss für die meisten KHK-Patienten, senken das erhöhte und für die Gefäße gefährliche LDL-Cholesterin und wirken gegen die Entzündungen der Innenhaut. Reiche das nicht gegen die erhöhten Cholesterinwerte aus, sollten ergänzend so genannte PCSK9-Hemmer gegeben oder ganz auf die Einnahme dieser hochwirksamen Arznei umgestellt werden. Der Klinikdirektor unterstreicht: „Die Forschungsarbeit von Dr. Chatterjee zeigt, dass man mit dem Nachweis der Blutplättchen-Lipide einem Herzinfarkt künftig sehr wirksam vorbeugen kann."
(Weg)

* Chatterjee, M. et al., Regulation of oxidized platelet lipidome: implications for coronary artery disease

Uta und Jürgen Breunig-Forschungspreis Im Kampf gegen die Sterblichkeit durch die koronare Herzkrankheit (KHK) ist die Erforschung neuer Therapieansätze von großer Bedeutung. Deshalb hat die Deutsche Herzstiftung e. V. gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) 2014 erstmalig den Uta und Jürgen Breunig-Forschungspreis, dotiert mit 6.000 Euro, vergeben. Ausgezeichnet wird eine wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der koronaren Herzkrankheit. Bildunterschrift: (V. l. n. r.: Preisträgerin Dr. Madhumita Chatterjee, PhD, in ihrem Forschungslabor am Tübinger Universitätsklinikum, mit Doktorandin Laura Balthazaar und den medizinisch-technischen Assistentinnen (MTA) Lydia Laptev und Ingrid Epple. Fotos: Dr. Tatsiana Castor